Biokunststoffe

Biokunststoffe werden in biobasierende Kunststoffe, also Kunststoffe auf der Basis nachwachsender Rohstoffe, sowie in biologisch abbaubare Kunststoffe unterschieden. Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen müssen jedoch nicht zwangsläufig biologisch abbaubar sein und biologisch abbaubare Stoffe können umgekehrt auch auf nicht nachwachsenden Rohstoffen basieren.

Hauptrohstoffquellen für die nichtabbaubaren, jedoch auf nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Kunststoffe, sind stärkehaltige Pflanzen wie Mais, Kartoffeln, Tapioka sowie Holz für die Zellulose Gewinnung.

PLA, also Polymilchsäurenbasierende Kunststoffe und PHB bzw. PHV, durch Bakterien gewonnene thermoplastische Polyester aus Zucker oder Stärke, besitzen ein geringes Gewicht, gute Barriereeigenschaften und sind biologisch abbaubar.

Biokunststoffe werden vorrangig zu Folien, Spritzgussartikeln und Beschichtungen verarbeitet. Mit weniger als einem Prozent gegenüber herkömmlichen Kunststoffen ist der Markanteil an biologisch abbaubaren Biokunststoffen ausbaufähig. Mit neuen innovativen Verpackungslösungen, wie Tiefkühlverpackungen, Schrumpffolien, Netze… decken Biokunststoffe mittlerweile viele Anwendungsgebiete ab. Noch sind deutlich höheren Kosten gegenüber mineralölbasierenden Kunststoffen zu kalkulieren. Kontinuierlich steigende Rohstoffpreise, eine gute Ökobilanz, die Befreiung von Verwertungsgebühren sowie stetig wachsende Angebote machen Biokunststoffe jedoch immer attraktiver.

Recycling: Bisher gibt es keine speziellen Recyclingsysteme für Biokunststoffe. Biokunststoffe können nicht über die bestehenden Entsorgungswege für erdölbasierende Kunststoffe „Gelber Sack“ gesammelt werden.

Kompostierung: Eine Entsorgung von biologisch abbaubaren Verpackungen ist, laut Bundesministerium für Umwelt, in der Biotonne möglich sofern die Verpackungen nach DIN EN 13432 produziert wurden. Dies trifft jedoch nur für wenige Verpackungen zu.

Verbrennung: Eine Entsorgung durch Verbrennung schafft eine zusätzliche und gute Energiegewinnung. Die Energiemengen sind mit mineralölbasierenden Kunststoffen vergleichbar.

Biogaserzeugung: Grundsätzlich ist eine Biogasgewinnung möglich, jedoch liegen hierfür noch kaum Erfahrungen vor.

Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben ein enormes Innovationspotential, erschliessen immer neue Anwendungsgebiete und werden zukünftig eine ernstzunehmende, umweltfreundliche Alternative zu den mineralölbasierenden Angeboten sein. Für gute Ökobilanzen sorgen vorallem bei der PLA-Herstellung ein Energiebedarf der deutlich unter dem von PE- oder PET-Erzeugungen liegt.
Bei den Verbrauchern erfahren Produkte auf der Basis von Biokunststoffen eine hohe Akzeptanz.
Im Vergleich zu Deutschland sind Biokunststoffe in Ländern wie Österreich, Großbritannien, den Niederlanden, Italien und Skandinavien auf Grund einer höheren Nachfrage jedoch wesentlich weiter verbreitet.
Negativ zu bewerten sind die zur Herstellung importierten zucker- und stärkehaltigen Rohwaren, eine mit Pflanzenschutz und Düngemittel arbeitende „intensive“ Landwirtschaft, aber auch das zur Zeit noch fehlende Recyclingsystem. So landen Biokunststoffe zusammen mit mineralölbasierenden Kunststoffen oftmals im „Gelben Sack“ und müssen als Fremdstoffe aussortiert werden.

Spezialpapiere

Steinpapier
Steinpapier ist ein mineralisches Produkt und besteht zu 80% aus Kalksteinmehl, einer natürlichen vorkommenden Ressource und Abfallprodukt in der Bauindustrie, sowie aus 20 Prozent Bio Polyethylen, einem Kunstharz aus organischen Abfällen welches als Bindemittel dient.
Bei der Produktion des Papieres werden weder Wasser noch schädliche Chemikalien wie Säuren oder Bleichmittel eingesetzt.
Die Idee Papiere herzustellen ohne Wälder abzuholzen ist relativ neu. So werden Steinpapiere erst seit gut 2 Jahren in Deutschland angeboten und verarbeitet.

Steinpapiere sind weniger offenporig als die handelsüblichen Zellulosepapiere aus Holz. Ihre Oberfläche ist samtig glatt. Die Papier sind zäh bis reißfest, ähnlich einem Kunststoff, jedoch beschreibbar und zu bedrucken wie Papier. Beim bedrucken können 15-20% der Farbe eingespart werden. Steinpapiere sind fotoabbaubar, das heisst unter UV-Einfluss zersetzt sich das Papier in der Natur nach circa 6 bis 9 Monaten. Da bei der Herstellung nur die Hälfte an Kohlendioxid freigesetzt und Energie benötigt wird können die Papiere auch hier mit einer positiv zu bewertenden Ökobilanz punkten.

Die Anwendungsbereiche der „Spezialpapiere“ sind vielfältig. Auf Grund ihrer Eigenschaften werden sie für wasserresistente Land- und Spezialkarten, Notizbüchern, Werbebannern und Plakate eingesetzt, die Reißfestigkeit macht sie für stabile Verpackungen, Tragetaschen und Müllsäcke attraktiv.
Grundsätzlich eignen sie sich jedoch für fast alle Drucksachen wie: Einsteck- und Hängeetiketten, Lebensmitteletiketten, Produktetiketten, Türschilder, Präsentationsmappen, Broschüren, Flyer, Anleitungen und Handbücher, Umschläge, Kalender, Notizblöcke, Visitenkarten, Grußkarten, Postkarten, Speisekarten, Plakate…

Steinpapiere sind auch für Tintenstrahl- und Festtintendrucker zu nutzen, jedoch nicht für Laserdrucker geeignet, da sich die Papiere aufgrund des Anteils von Bio-Polyethylen ab 65°C thermisch deformieren.

Wie schnell die neuen Papiere jedoch ihre Zielgruppe finden ist ungewiss und hängt mit Sicherheit von den Designern, die Steinpapiere für ihre gestalteten Druckzeugnisse einplanen und von den Druckereien ab, die mit dem „exotischen“ Papier noch so gut wie keine Erfahrung gemacht haben. Die Haptik einer samtigen Oberfläche ist originell jedoch gewöhnungsbedürftig und kein wirklicher Ersatz für alle Druckzeugnisse.

organische Papiere
sind Papiere auf der Zellulosebasis Holz sowie alle Papiere die anstatt Holz aus Baumwolle, Gras, Stroh hergestellt werden

synthetische Papiere
sind nassfeste Papiere aus Kunststofffasern. Sie sind reißfest und werden meist Oberflächen behandelt.

DIN Papierformate

Papierformate sind in Deutschland genormt. Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) hat 1922 in der DIN-Norm 476 die Standardgrößen für Papierformate der Norm A, B und C festgelegt. Die deutsche Norm diente auch als Grundlage für die internationale Norm DIN EN ISO 216 und wurde von fast allen Ländern übernommen. Andere Formate werden zum Beispiel in den USA verwendet.

Die A Norm geht von einem Papierbogen mit der Fläche von einem Quadratmeter und einem Seitenverhältnis (Seitenlänge zur Diagonallänge eines Quadrats) von 1:1,4142 aus. Ein Bogen hat somit das Grundformat 841 x 1189 mm und wird als DIN A0 bezeichnet.

Durch teilen des Papierbogens erhält man verlustfrei das nächst kleinere Format. Dabei bleibt das Seitenverhältnis immer gleich.
Wenn man zum Beispiel einen Bogen des Formates DIN A0 halbiert erhält man das Format DIN A1. Durch eine Halbierung des Formats DIN A1 wiederum das nächst kleinere Format in DIN A2 und so weiter. Aus einem DIN A0 Papierbogen bekommt man auf diese Weise 16 DIN A4 (Briefbogenformat) oder 64 DIN A6 Blätter (Postkartengröße).

Im Druck wird der Papierbogen im so genannten Rohformat verarbeitet. Er ist etwas größer als ein DIN Format und bietet dadurch die Möglichkeit mit Druckmaschinen die Fläche vollflächig zu bedrucken. Dieser Bogen wird nach dem Druck auf das Endformat beschnitten.

DIN-Formate

Größe der Papierbogen der Formatreihe DIN A

DIN A0 841 x 1189 mm (Rohformat 860 x 1220 mm)

DIN A1 594 x 841 mm (Rohformat 610 x 860 mm)

DIN A2 420 x 594 mm (Rohformat 430 x 610 mm)

DIN A3 297 x 420 mm (Rohformat 305 x 430 mm)

DIN A4 210 x 297 mm (Rohformat 215 x 305 mm)

DIN A5 148 x 210 mm (Rohformat nicht gebräuchlich)

DIN A6 105 x 148 mm (Rohformat nicht gebräuchlich)

DIN A7 74 x 105 mm (Rohformat nicht gebräuchlich)

Druckagenten

Warum mit einem ökologisch orientierten Druckagenten arbeiten?
Natürlich kann jeder mit der Druckerei seines Vertrauens direkt arbeiten. Wenn bereits über die Jahre eine gute partnerschaftliche Beziehung aufgebaut wurde ist dies die Garantie für Qualität und Zuverlässigkeit bei der Abwicklung ihrer Drucksachen. Will man jedoch gerne nachhaltig Arbeiten und besitzt jedoch nicht die nötigen Kenntnisse, empfiehlt es sich an einen ökologisch orientierten Druckagenten zu wenden.

Druckagenten sind unabhängige Vermittler und Koordinatoren zwischen Grafiker, Werbeagentur, Verlag oder dem Unternehmen welches die Drucksachen im eigenen Haus erstellt und einem Druckdienstleister. Sie verfügen über fundierte Kenntnisse der Druckvorstufe, der Drucktechniken, der Weiterverarbeitung, besitzen intime Kenntnisse über Herstellungskapazitäten und kennen die Möglichkeiten der Kosteneinsparung. Über die neuesten Branchentrends bei Papieren, Farbe und Druck sind sie bestens informiert. In der Regel übernehmen sie die vom Auftraggeber erstellten Daten und leiten diese an eine ausgewählte Druckerei weiter. Das erstellen von Druckvorlagen, das optimieren oder kontrollieren von Druckdaten sowie eine Produktionsüberwachung werden von einem Druckagenten oftmals als Zusatzleistungen zur Sicherung von Qualität und Termin angeboten.

Warum zahle ich für eine ökologische Drucksache mehr?
Nachhaltige Produktionen müssen nicht immer teurer sein. Wenn man etwas mehr Vorlaufzeit einkalkuliert, das richtige Papier, das optimale Format, die passende Auflagenhöhe und Drucklösung wählt sind auch “grüne” Produkte konkurrenzfähig. Hier ist man bei einen Druckagenten gut aufgehoben, da er dank seiner guten Kontakte zu handverlesenen Druckereien, deren Stärken, die Kapazitäten wie auch die Preisgestaltung kennt und seinem Auftraggeber die bestmöglichste Lösung anbieten kann.

Wann sollte man einen Druckagenten einschalten?

  • Als Grafik Designer, Werbeagentur, Verlag suchen Sie nach Ausweichmöglichkeiten, Alternativen bei Produktionsengpässen?
  • Kosten einzusparen bei gleich bleibender Qualität ist für Sie sehr wichtig?
  • Sie legen großen Wert auf eine kompetente und persönliche Beratung bei der Papierwahl, der Drucktechnik, Weiterverarbeitung?
  • Sie wollen sich auf Ihre Stärken konzentrieren und alles andere einer fachlich kompetenten und zuverlässigen externen Unterstützung überlassen?
  • Sie haben immer das Gefühl Ihre Druckerei versteht Sie nicht und umgekehrt?
  • Ihre Druckvorstufe soll optimiert und vor dem Druckgang fachmännisch kontrolliert werden?
  • Etwas positives für die Umwelt zu tun ist Ihnen wichtig und Sie suchen in Sachen nachhaltige Medienproduktion eine kompetente Beratung und die passende Druckerei?

Digitaldruck

Digitaldruck – umweltfreundlich drucken ohne Druckplatte
Der Digitaldruck unterscheidet sich grundlegend von den anderen Druckverfahren dadurch, dass die im Computer erstellten Daten ohne Zwischenstufen in die Druckmaschine übertragen werden.
Neben schwarz/weiß Drucksachen können im Digitaldruck auch farbigen Druckerzeugnisse problemlos realisiert werden. Den Designern von Druckerzeugnissen stehen somit, bis auf wenige Ausnahmen, fast alle gestalterischen Möglichkeiten offen.

Grundsätzlich können im Digitaldruck alle herkömmlichen Druckprodukten wie Visiten- und Einladungskarten, Prospekten, Postern, Kataloge und Bücher aber auch personalisierte Druckerzeugnisse oder die voll im Trend liegenden Fotobücher realisiert werden. Selbst Lackierungen sind im Digitaldruck bereits möglich.

Die tinten- oder tonerbasierenden Geräte arbeiten im Bogen oder von der Rolle und können inline bis zum Endprodukt verarbeiten. Bedruckt werden nahezu alle Materialien. Je nach Anwendung kommen Lösemittel zum Einsatz. Da mit Tinten, Laser und Hitze gearbeitet wird, müssen die Bedruckstoffe bei manchen Systemen eine entsprechende Vorbeschichtung, nachweisen.

Umweltschutz
Zu beachten sind unter anderem die Beeinträchtigungen durch Lärm. Risiken gehen aber auch von chemischen Arbeitsstoffen wie Drucktinten, Tonern oder Waschflüssigkeiten aus. Eine Gesundheitsgefahr ist mit der Entstehung von Ozon verbunden.

Ozonbelastung
Gute Belüftung ist überall dort wichtig, wo beim Belichtungsprozess Ozon entsteht, das die Augen und die Atemwege reizen kann.

Umweltfreundlichkeit
Klein- und Kleinstauflagen sind im Digitaldruck besonders umweltfreundlich und kostengünstig zu realisieren. Da direkt von Computer auf das Papier gedruckt wird fällt die Zwischenstufe der Druckplattenherstellung komplett weg.

Print on Demand
Es wird nur das gedruckt was auch benötigt wird, so dass Überproduktionen nicht mehr vorkommen. In den „Print on Demand“ Verfahren ist es nicht notwendig, eine bestimmte wirtschaftlich sinnvolle Mindestmenge zu ordern.

Zertifizierte Recyclingpapiere
Der Einsatz von zertifizierten Recycling Papieren aus Altpapier zum Beispiel mit dem Blauen Engel sind ein unbedingtes muss, wenn man nachhaltig umweltfreundlich arbeiten möchte. Siehe auch Siegel für Öko-Papiere

Nachfüllsysteme und wiederaufbereitete Tonermodule
Nachfüllsysteme helfen die Abfälle minimieren. Sie existieren sowohl für Toner- als für Tintenstrahl-Systeme. Wiederaufbereitete Tonermodule werden vom Hersteller mit dem Umweltzeichen zum Beispiel „Blauer Engel“ gekennzeichnet.

Deinking (entfernen der Druckfarbe) von Digital bedruckten Papieren
Altpapier ist mit über 60 Prozent wichtiger Rohstoff bei der umweltverträglichen Herstellung von neuen Papier-, Karton- und Papperzeugnissen. Für eine Aufbereitung müssen die bedruckten Altpapiere deinkt werden. Viele Tinten lösen sich im Recyclingprozess nur schwer vom Papier und stellen die Papieringenieure vor immer neue Herausforderungen. Wasserbasierte Tinten lassen sich leichter deinken.

Drucktechnik

Hochdruck
Hochdruck
Der Hochdruck ist das älteste Druckverfahren. Das mechanische Prinzip wurde bereits im 8. Jahrhundert von den Chinesen angewandt. Mit Erfindung des Bücherdruckens mittels beweglicher Lettern durch Johannes Gutenbergs (um 1450) beginnt das Zeitalter des industriellen Drucks. Bis in die siebziger Jahre war der Hochdruck das Druckverfahren für die Herstellung von Büchern.

Technik Beim Hochdruck sind die druckenden Teile erhöht und werden mit Farbe bedeckt. Alle tieferliegenden Bereiche erhalten keine Farbe. Das Papier nimmt nur die Farbe der höher liegenden Bereichen auf. Das Druckbild muss bei diesem direkten Druckverfahren seitenverkehrt erstellt werden damit es seitenrichtig auf dem Papier erscheint.

Auf dem Hochdruck basieren der klassische Buchdruck sowie der künstlerische Holzdruck und Linoldruck.

Mit dem modernen Flexodruck bzw. Anilindruck erlebt der Hochdruck heute eine Renaissance. Im Flexodruck können flexible Kunststoffoberflächen wie PE-Folien für Plastiktüten bedruckt werden und machen ihn somit für den Verpackungsdruck hochinteressant.


Tiefdruck
Tiefdruck
Technik Beim Tiefdruck sind die druckenden Flächen (Näpfchen) auf einer Metallplatte leicht vertieft. Diese Näpfchen entstehen mit Hilfe der Gravur, Ätzung oder durch Laser.

Nach dem Farbauftrag über die komplette Fläche wird die nicht vertiefte Fläche mit einer Metallrakel wieder farbfrei gerakelt.

In den Vertiefungen verbleibt die Farbe und wird mittels eines Anpressdrucks durch zwei Zylinder direkt auf das Druckobjekt übertragen. Der Tiefdruck, wie auch der Hochdruck sind ein direktes Druckverfahren. Das Druckbild muss seitenverkehrt aufgebracht werden um eine Seitenrichtige Abbildung zu erhalten.

Der Tiefdruck wird heute für hohe und sehr hohe Auflagen eingesetzt. Aufgrund der Weiterentwicklungen im Offsetdruck (Rollenoffsetdruck) verliert der Tiefdruck auch bei hohen Auflagen zunehmend an Markanteilen.

Als künstlerische Drucktechnik mit großer Geschichte findet das Tiefdruckverfahren als Radierung, wobei hier mit einer Stahlnadel in Kupfer- oder Zinkplatten gekratzt, geschabt oder auch gestochen wird – oftmals in Verbindung mit einer Weichgrundätzung (Aquatintatechnik), seine Anwendung.


Flachdruck (Offsetdruck)
Flachdruck

Der Flachdruck ist ein indirektes Druckverfahren. In mehreren fotochemischen Schritten werden Druckplatten hergestellt, deren Oberflächen in hydrophile (wasserfreundlich) und hydrophobe (wasserabstossend, wassermeidend) Zonen aufgeteilt sind. Das Wasser in der Offsetmaschine wird mit einer Feuchtwalze auf die Druckplatte gestrichen. Die wasserfreundlichen Stellen halten es fest. Die wasserabweisenden Zonen bleiben trocken und werden von einer zweiten Walze mit Farbe versehen. Die mit Wasser bestrichenen Stellen stoßen die fetthaltige Farbe ab.

Der Offsetdruck, der seinen Ursprung in der Lithografie (Steindruck) hat, ist ein indirektes Druckverfahren, da nicht gleich von der Platte auf das Papier gedruckt wird. Der eingefärbte Plattenzylinder wird zuerst gegen einen Zylinder mit einem Gummituch gedrückt und vom Gummituch dann auf das Papier gedruckt.

Bei einer künstlerischen Lithographie, dem Steindruckverfahren, zeichnet oder malt der Künstler die zu druckenden Texte und Bilder jedoch seitenverkehrt auf eine präparierte Steinplatte, dem „Solnhofer Kalkschieferstein“.


Wasserloser Offsetdruck
Das Prinzip des wasserlosen Offsetdruck basiert auf dem Einfärben der Druckform ohne den Einsatz von zusätzlichem Feuchtmittel. Zur Umsetzung dieses Verfahrens sind spezielle Druckplatten und Druckfarben erforderlich. Für druckende und nichtdruckenden Bereiche werden Materialien mit jeweils unterschiedlichen Oberflächenspannungen eingesetzt. Die farbführenden Stellen der Druckform bestehen zumeist aus einer Polymerschicht, die bildfreien Partien aus einer farbabweisenden Silikonschicht. Da die kühlende Wirkung der Alkohol-Verdunstung fehlt, muss das Farbwerk temperiert sein, da die Farben bei zu hohen Temperaturen schmieren und ungleichmäßig erscheinen. Aus ökologischer Sicht bietet dieses Verfahren gleich mehrere Vorteile. Ohne Wasser und Alkohol gibt es keine Feuchtmittel-Emissionen. Zugleich schlagen die Druckfarben in der Regel schneller weg – der Drucker muss weniger pudern. Ein weiterer Vorteil des Wasserlosen Offsetdrucks ist unter anderem ein äußerst präziser und randscharfer Ausdruck, wodurch deutlich feinere Raster, als im konventionellen Offsetdruck gedruckt werden können.


Siebdruck (Durchdruck)
Siebdruck

Beim Durchdruck wird die Farbe mittels einer Gummirakel (Elastomer) durch Aussparungen in einem Sieb oder einem Textilgewebe auf das Druckobjekt gedrückt. Die Flächen, auf denen keine Farbe gedruckt werden soll sind mit Lack oder einer einer Schablone abgedeckt.

Die Druchdrucktechnik ermöglicht das bedrucken von Druckobjekten mit unterschiedlichster Beschaffenheit. Es können nahezu alle Materialien und Formen wie Flaschen, Becher, T-Shirts… bedruckt werden.


Digitaldruck
Beim Digitaldruck wird das Druckbild vom Computer in eine Druckmaschine übertragen.
Da keine feste Druckvorlage (Druckform) wie im Offset-, Hoch- oder Tiefdruckverfahren benötigt wird kann somit jeder Bogen individuell bedruckt werden.

Der Digitaldruck ist ein kostengünstiges Druckverfahren für Kleinstauflagen ab 1 Stück sowie für individuelle als auch personalisierte Drucksachen. Für hohe Auflagen wird meist das Laserdruckverfahren verwendet, für großformatige Drucke wie Bannerdruck oder Schilderdruck setzt man die Tintenstrahltechnik ein.

Druckvorstufe

Innovationen in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass in der Druckvorstufe immer weniger Rohstoffe, Chemikalien und Wasser eingesetzt werden müssen. Lediglich der Stromverbrauch ist vergleichbar gleich geblieben.

Bis Mitte der neunziger Jahre bestand die Plattenherstellung grundsätzlich aus sechs Stufen:
1. „Repro“ Reproduktion der Bildvorlagen über eine Kamera auf einen Film
2. „Satz“ Übertragung der Texte per Satzautomaten auf Filmstreifen
3. „Montage“ Aufkleben der Filmstreifen auf eine Folie in Größe der Druckplatte
4. „Umkopieren“ Kopie der „Montagefolie“ auf einen Film in Größe der Druckplatte
5. „Proof“, „Lichtpause“, „Blaupause“ Entwickeln eines einfarbigen Prüfbildes
6. „Plattenkopie“ Belichten der Druckplatte nach Auflegen des Films

Durch moderne Computertechnologie und professionelle DTP-Programme entfallen heute Repro, Satz und Montage. Bilder und Grafiken werden mit Hilfe der Scannertechnologie in digitale Informationen gewandelt. Die Gestaltung der Seiten, Autorenkorrekturen und Bogenendmontage erfolgt anschliessend digital an den Computerbildschirmen.
Der Zeitaufwand in der Druckvorstufe hat sich heute wesentlich verringert. Der Verbrauch von Filmmaterial, Folien und Chemikalien für die Herstellung der Montagen entfallen komplett.

Proof-Ausdrucke haben einen hohen energetischen und rohstoffliche Aufwand (Strom, Spezialpapier, Tinte). Dafür ermöglichen sie eine höhere Prüfqualität als die auf gesundheitsschädlichem Ammoniak basierenden Prüfbilder.

Druckvorstufe Prozess

Bei der Übertragung der digitalen Information auf die Druckplatte bzw. Druckmaschine unterscheiden wir heute drei wesentliche Varianten 1. Computer-to-Film, 2. Computer-to-Plate und 3. Computer-to-Press/Direct Imaging. Jeder dieser Verfahren hat seine Vor- und Nachteile, produziert mehr oder weniger Abfälle wie Filme, Druckplatten, Chemikalien und verunreinigtes Spülwasser.

1. Beim Computer-to-Film (CtF) werden die Computerdaten an einen Filmbelichter gesendet. Der Film wird entwickelt, fixiert und die Filmdaten anschliessend mittels eines Plattenbelichter auf die Druckplatte übertragen. Diese muss, bevor sie in die Druckmaschine gelangt, entschichtet und gummiert werden. Bei den Entwicklungsprozessen fallen gebrauchte Filme und Druckplatten sowie Chemikalien-Abfälle und verunreinigtes Spülwasser durch die Prozessverschleppungen an.

2. Beim Computer-to-Plate (CtP) Verfahren werden Computerdaten in einem Plattenbelichter direkt, ohne Filmbelichtung, auf die Druckplatte übertragen. Auch hier wird die Druckplatte entschichtet und gummiert bevor sie in die Druckmaschine gehängt wird. Bei dem CtP-Verfahren entfallen Film, Filmchemie und Filmspülwasser. Bei der Druckplattenerstellung kommen noch Chemikalien zur Entschichtung, Spülwasser und Gummierung zum Einsatz. Ausserdem entsteht Abfall in Form gebrauchter Druckplatten und Chemikalien, verunreinigtes Spülwasser durch eine Entschichterverschleppungen.

3. Das Computer-to-Press/Direct Imaging (CtPress/DI) kommt ganz ohne Film- und Plattenentwicklung aus. Die Computerdaten gelangen direkt in die Druckmaschine. Mittels Hitze und ohne Chemikalieneinsatz werden die Bild- und Textinformationen dort auf eine Polyester- bzw. Aluminiumfolie („Thermoplatte“) oder auf einen mit Thermoplast beschichteten und wieder löschbaren Edelstahlzylinder übertragen. Der Offsetdruck mittels Computer-to-Press ist nur bei kleineren Auflagen optimal, da die verwendeten Bildträgermaterialien nicht die Beständigkeit einer konventionellen Aluminium-Druckplatte besitzen.

Öko Papiere

Papier ist heute unser Bedruckstoff für Büchern, Katalogen, Broschüren, Prospekten, Handzetteln, Zeitungen, ist Verpackungsmaterial für unsere Konsumgüter und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber auch als Haushalts- und Hygieneartikel, und neuerdings auch im Möbeldesign findet Papier bzw. Karton in allen erdenklichen Varianten seinen Einsatz.

Wir unterscheiden die Papierarten, egal ob recycling oder standard Qualität, in „gussgestrichene, „glänzendgestrichene“, „halbmatt-„, „matt-“ oder „seidenmattgestrichene“ Papiere, sowie in ungestrichene Naturpapiere, Recyclingpapiere, Karton und in unzählige andere Spezialpapiere.

Glänzendgestrichene Papiere „Bilderdruck- oder auch Kunstdruck-Papiere“ finden den Einsatz überwiegend bei hochwertigen Drucksachen mit Abbildungen. Die Papiere sind in der Regel mehrfach gestrichen um eine hohe „Weisse“ und eine gute Bedruckbarkeit zu erreichen. Bei sehr hochwertigen Papieren kann eine annähernd fotoähnliche Qualität gedruckt werden.

Seidenmatte Papiere. Wer den hohen Glanz der Bilderdruckpapiere nicht mag kann alternativ „seidenmatte“ Papiere einsetzen. Diese Papiere haben, wie der Name verspricht, eine seidenmatte, microfeine Oberfläche und bieten eine ebenfalls hohe Detailschärfe im Druck.

Halbmattgestrichene und mattgestichene Papiere weisen sich durch ihre mehr oder weniger rauhe Oberfläschenstruktur aus und wirken in der Regel sehr natürlich.

Ungestrichene, sogenannte Naturpapiere, sind holzfreie oder holzhaltige Papiere ohne Veredelung durch einen Strichauftrag. Es sind in der Regel besonders schöne „Image-Papiere“ jedoch für die hochwertige Wiedergabe von Bildern weniger gut geeignet.

Volumenpapiere weisen ein höheres Volumen auf. Dass heisst sie fühlen sich dicker an als ein nicht Volumen-Papier der gleichen Grammatur.

Dünndruckpapiere oder Bibeldruckpapiere sind eine holzfreie und sehr dünne, geleimte Papierart. Sie sind lichtundurchlässig (hohe Opazität) und wiegen zwischen 25 und 60 g/m².

Feinpapiere sind hochwertige, holzfreie, gelegentlich noch hadernhaltige Naturpapiere für anspruchsvolle Verwendungszwecke (z. B. Ausstattungs-, Hartpost-, Landkarten-, Zeichen-, Banknotenpapiere)

Spezialpapiere sind zum Beispiel Packpapiere, Pappe, technische, hygiene Papiere, Color-Papiere, transparente Papiere, kaschierte Papiere…

Die Angebote des Papierhandels sind unüberschaubar und werden jährlich durch neue innovative Qualitäten erweitert.

Sucht man jedoch ganz gezielt nur nach den sogenannten „umweltfreundlichen“ oder auch Recycling-Papieren reduziert sich diese Vielfalt überschaubar.

Recyclingpapiere werden von den Papierherstellern in verschiedensten Qualitäten angeboten. Entscheidend beim Einsatz dieser Papiere ist neben der Haptik, dem Recycling-Anteil und der gewünschten Zertifizierung (FSC, PEFC, Blauer Engel… ) auch der „Weissegrad“ des Papiers. Die Weisse ist die optische Erscheinung weißer Papiere mit oder ohne Weißtöner/Aufheller bei Beleuchtung mit einer tageslichtähnlichen Lichtquelle.

Anmerkung: Da die Weisse-Messung der Papiere dem menschlichen Auge nachempfunden wird heisst das nicht, dass Papiere mit einer maximalen Weisse auch gleichzeitig von uns als angenehm und sympathisch empfunden werden. Eine hohe „Weisse“ wirkt für den Betrachter eher blaustichig.

Um eine Papierweisse zu erreichen werden bei der herkömmlichen Papierherstellung Chlor bzw. Clorverbindungen eingesetzt. EFC-(elementary chlorine free) oder TFC-(totally chlorine free) freie Papiere werden in der Regel mit Sauerstoff und Wasserstoffperoxid gebleicht und mit entsprechenden Siegeln ausgewiesen.


Öko-Papiere
bei den umweltfreundlichen Papieren hat sich in den letzten 20 Jahren sehr viel getan. Mittlerweile kann man ein Öko-Papier nicht mehr von der Standartpapier-Qualitäten unterscheiden. Wichtig bei der Herstellung jedoch ist jedoch die Herkunft des Rohstoffes und das erreichen des Weissgrades.

FSC zertifizierte Papiere
Forest Stewardship Council (FSC) steht für die Förderung einer umweltfreundlichen, sozialförderlichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung von Wäldern und zwar Weltweit. Das FSC-Label auf einem Holz- oder Papierprodukt ist ein eindeutiger Indikator dafür, dass das Produkt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt.

PEFC zertifizierte Papiere
PEFC arbeitet an der Erhaltung und dem ökologischen Gleichgewicht der Wälder. PEFC ist ganzheitliche Nachhaltigkeit: ein integratives Konzept, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet. Und PEFC ist der Garant für eine kontrollierte Verarbeitungskette – unabhängig überwacht, lückenlos nachvollziehbar und nachhaltig. Von unseren zertifizierten Wäldern über Holz verarbeitende Betriebe bis zum Endprodukt im Regal.

Der Blaue Engel – Umweltzeichen mit Markenwirkung
Der Blaue Engel steht für den Strukturwandel der Wirtschaft in Richtung nachhaltige Entwicklung und dies seit über 30 Jahren. Er ist die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für Produkte und Dienstleistungen.

chlorfreie Papiere (TCF und ECF)
Bei (TCF und ECF) –Papieren kommt ausschließlich chlorfreier, gebleichter Zellstoff zum Einsatz.

OBA – free Papiere
OBA – free kennzeichnet den Verzicht von optischen Aufhellern, die zur Erreichung des gewünschten Weißgrades des Papiers eingesetzt werden.

Recyclingpapiere
Recycling-Papiere zeichnen sich durch den ausschließlichen oder anteiligen Einsatz von Altpapier aus.


Zertifizierungen
Zertifizierungen unabhängiger Organisationen garantieren dass sowohl Hersteller als auch die Produkte und deren Herstellung die Umweltvorgaben einhalten. Siehe auch Artikel zu den wichtigsten „Papiersiegel“

Siegel für Öko-Papiere

Im Papierhandel gibt es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Siegel. Sie alle haben die Funktion einen ökologisch, sozialen und ökonomischen Wert einer Waldbewirtschaftung, der Papierherstellung oder des Papiers sichtbar zu machen. Doch einige dieser Siegel wurden mehr zur strategischen Verkaufsförderung als zum tatsächlichen Nutzen der Umwelt kreiert.
Für den Konsumenten von Papieren ist es schwierig bis unmöglich nachzuvollziehen, ob er ein ökologisch unbedenkliches Produkt erwirbt oder nicht. Nur die Zertifizierungen unabhängiger Organisationen schaffen hier klare Verhältnisse und garantieren dass sowohl Hersteller als auch die Produkte und deren Herstellung diese Vorgaben auch einhalten.

blauer Engel Blauer Engel
Der Blaue Engel ist die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Zertifizierte Papiere bestehen zu 100% aus Altpapier, werden ohne umweltbelastende Chemikalien PCB und Formaldehyd, krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Färbemittel und Beschichtungsstoffe hergestellt und man verzichtet auf optische Aufheller Chlor, halogenierte Bleichchemikalien und EDTA. Der Blaue Engel garantiert desweiteren auch den sparsamen Einsatz von Rohstoffen, einen geringen Energieverbrauch und eine umweltgerechte Entsorgung. Blauer Engel Recyclingpapiere entsprechen der Norm RAL-UZ 14. www.blauer-engel.de


emas FSC
Der Forest Stewardship Council (FSC) fördert und kontrolliert den verantwortlichen Umgang mit den globalen Waldressourcen. FSC-Zertifizierte Produkte stammen aus einer streng kontrollierten Waldbewirtschaftung nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien und schliessen einen verantwortungsvollen Umgang mit Recylingmaterial mit ein. Die Anforderungen des FSC für Papierprodukte bleiben jedoch weit hinter den Standards des Blauen Engel zurück.
FSC verwendet gleich mehrere Label die unterschiedliche Qualitäten beschreibnen.
Bei FSC 100% müssen die Produkte zu 100% aus FSC zertifizierter Primärfaser bestehen.
FSC Mixed Source Produkte müssen einen Mindestanteil von 10% FSC zertifizierter Faser haben, mindestens 70% aus FSC Faser und/oder Recyclingfaser bestehen und können bis zu 30% nicht FSC zertifizierte Faser (sogenannte „kontrollierte Faser“) enthalten.
FSC Recycled bestehen die Produkte zu 100% aus Altpapier, schliesst jedoch einen Chemikalieneinsatz, Qualität und Normeinhaltung, etc. nicht mit ein.www.fsc-deutschland.de


emas EMAS
Die EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) der Europäischen Gemeinschaften ist das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung zur Verbesserung der Umweltleistung von Unternehmen und Organisationen. Die für jedermann nachvollziehbare Transparenz durch die Umweltberichterstattung erfüllt die Anforderungen der DIN EN ISO 14001. www.emas.de


eu blume EU Umweltzeichen
Das EU Umweltzeichen kennzeichnet umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Dabei werden sowohl die Herstellung, die Nutzung wie auch die Entsorgung überprüft. Im Papierbereich werden für Energieverbrauch, die Belastung der Abwässer und die Luftemissionen Grenzwerte festgelegt. Bei der Bleiche ist der Einsatz von Elementarchlor verboten. Für die Verwendung von Altpapier werden keine Richtlinien vorgegeben. www.eu-ecolabel.de/


nordic envirement label Nordic Environment Label
Das Nordic Environment Label, auch als Nordischer Schwan bekannt, wird vom Institut für Normung SIS vergeben und durch eine unabhängige Organisation kontrolliert. Das Zeichen verspricht niedrige Schadstoffemissionen und eine Forstwirtschaft, bei der nicht mehr Holz eingeschlagen werden darf als wieder angepflanzt wird. Jedoch sieht es keine Kriterien für eine ökologische Waldnutzung vor. www.nordic-ecolabel.org


tcf Chlorfreie Produkte
Die Chlorine Free Association zeichnet Unternehmen aus die chlorfreie Produkte herstellen. Die Produkte sind mit TCF („Totally Chlorine Free“ – vollständig ohne Chlor oder Chlorverbindungen gebleichte Zellstoffe beziehungsweise Papiere) oder mit ECF („Elementary Chlorine Free“ – elementarchlorfreie Bleiche mit den Chlorverbindungen Chlordioxid oder Natriumchlorat) gekennzeichnet. Papiere können die Bezeichnung „chlorfrei“ tragen auch wenn sie mit Chlorverbindungen gebleicht sind. Chlorfreie Produkte sind nicht automatisch umweltfreundlich. www.chlorinefreeproducts.org


leer UWS – Umweltschutzpapier
UWS-Papiere werden im Gegensatz zu herkömmlichem Recyclingpapier ohne De-Inking und Bleiche hergestellt. Sie sind besonders umweltfreundlich und in der Ökobilanz jedem anderen Papier überlegen.


ap ap-Umweltschutzpapier
Das Original-Umweltschutzpapier wurde unter dem ap-Markenzeichen ausschliesslich in der Schweiz produziert und verkauft. Diese Papiere bestanden zu 100 Prozent aus Altpapier und wurden weder deinkt noch gebleicht oder gefärbt. Papiere unter dem ap-Markenzeichen werden heute nicht mehr produziert.


vup vup
Die mit dem vup-Zeichen gekennzeichneten Papierprodukte sind zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt und sind fast so weiss wie Neupapier. Das verwendete Recyclingpapier muss den Blauen Engel für Recyclingpapier nach RAL-UZ 14 tragen. Das vup-Zeichen ist eine Eigenmarke der Werkstatt umweltfreundlicher Papierprodukte (WUP) GmbH. www.wup-gmbh.de


oekopa plus ÖKOPAplus
Das „ÖKOPAplus“-Zeichen ist eine Eigenmarke der Firma Venceremos und garantiert umweltfreundliches Papier aus 100 % Altpapier. Das fast weisse Recyclingpapier wird weder durch Einsatz von Chlor oder Chlorverbindungen gebleicht noch chemisch behandelt. Färbemittel müssen aus pflanzlichen Stoffen bestehen und dürfen keine Lösemittel enthalten. Seine weisse Farbe erhält das Papier durch natürliche Naturstoffen wie Kaolin, Latex, Kreide oder Stärke. Bei der Vergabe des Zeichens ist eine Zertifizierung mit dem Umweltzeichens „Blauer Engel“ für Recyclingpapier nach RAL-UZ 14 Vorraussetzung. Vencermos arbeitet bei der Entwicklung, wie auch bei der Vermarktung ihrer Papierprodukte eng mit der Umweltorganisation Greenpeace zusammen. www.venceremos-gmbh.de


pefc PEFC (Pan European Forest Certification)
Das PEFC-Siegel der Waldbesitzer und der Holzindustrie fördert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Die Kriterien sind recht großzügig ausgelegt, so dass unter anderem auch zertifizierte Betriebe in Urwälder einschlagen dürfen. Von führenden Umweltorganisationen ist das PEFC-System derzeit nicht anerkannt. www.pefc.org


holzfrei Holzfrei
Die Begriffe „Holzfrei“ und „Holzfrei weiss“ sind verwirrend denn die damit bezeichneten Papiere bestehen zu 100 Prozent aus Holz. Holzfreie Papiere sind lediglich Holzstoff-frei und vergilben auf Grund des abgetrennten Lignins weniger stark. Durch eine Bleiche erhält man Zellstoff für „holzfrei weißes Papier“. Holzfrei ist eine Qualitätsbezeichnung ohne ökologische Aussage.


eugropa EUGROPA-Zeichen
Der Europäische Verband der Papiergroßhändler vergibt das private Werbezeichen für Papiere, die mindestens 75 Prozent Altpapier enthalten. Die übrigen 25 Prozent sind Primärfaser ohne Angabe zur Art der Waldbewirtschaftung. www.eugropa.com


aqua pro natura „Aqua pro natura“- „Weltpark Tropenwald“
Das Papier mit dem „Aqua pro natura“- „Weltpark Tropenwald“ Doppelsiegel besteht aus Primärfasern ohne Altpapieranteil. Die Zellstoffbleiche ist ohne Chlor und Chlorverbindungen. Tropenhölzer zur Papierherstellung stammen zwar nicht aus den Tropen jedoch aus den nordischen Urwäldern in Skandinavien, Russland oder Kanada. Die Vergabe des Zeichen basiert auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung und wird durch den Verband der Lernmittelhersteller kontrolliert. Unabhängige Kontrollen durch externe Prüfer finden nicht statt.


Auf ihren Internetseiten hat die Greenpeace-Redaktion unter „Woran erkennt man umweltfreundliches Papier“ Kaufbewertungen veröffentlicht www.greenpeace.de/themen/waelder/papier/artikel/woran_erkennt_man_umweltfreundliches_papier/

Weitere Label-Bewertungen sind auf der Label-Online Seite zu finden: www.label-online.de

Cradle to Cradle©

Natürliche Ressourcen galten lange Zeit als unerschöpflich und wurden infolge der stetig wachsenden Nachfrage in immer größerem Stil genutzt und abgebaut. Obwohl heute Klarheit über die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und die Folgen des massiven Abbaus besteht, werden für die Produktionen weiterhin Rohstoffe genommen, zu Produkten verarbeitet, verkauft und enden für gewöhnlich auf Mülldeponien oder in Müllverbrennungsanlagen, womit der Wert der Materialien unwiederbringlich verlorengeht.

Das Recycling, wie es heute verstanden wird, zielt in erster Linie darauf ab den ökologischen Fussabdruck bestmöglichst zu reduzieren. Die eingesetzten Rohstoffe werden bei jeder Wiederverwertung nicht wirklich recycelt, sondern erreichen nur eine jeweils geminderte Qualitätsstufe und müssen schliesslich als Restmüll entsorgt werden. Solange jedoch Materialien nicht umweltverträglich entsorgt werden können werden unsere Müllberge weiter wachsen.

Cradle to Cradle® – „Von der Wiege zur Wiege“
Eine Alternative zu bestehenden Produktionsweisen bietet das von William McDonough und Michael Baumgartner entwickelte Cradle to Cradle®-Design Konzept. Statt nach komplizierten Abfall-Entsorgungslösungen zu suchen werden bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten ausschliesslich nur Materialien eingesetzt die den biologischen und technischen Wert auch bewahren und später wieder in zyklische Nährstoffkreisläufe überführt werden können.
 Einmal geschöpfte Werte bleiben somit für Mensch und Umwelt erhalten.

Cradle to Cradle® steht im direkten Gegensatz zu dem Modell „Von der Wiege zur Bahre“ (Cradle to Grave) und kennt, wie die Natur, keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen. Die in Cradle to Cradle definierten zyklischen Stoffkreisläufe sind für Mensch und Natur unschädlich, mehr noch, bei diesem öko-effektiven Ansatz steht am Ende immer eine bessere Qualität.

abfallkreislaufmodell
© Grafik | Andreas Sauer

Wie ist das zu erreichen?
Die praktische Umsetzung des Cradle to Cradle®-Konzept fordert:

  • Gebäude, die wie Bäume mehr Energie produzieren als sie verbrauchen und ihr eigenes Abwasser selbst klären
  • Fabriken, deren Abwässer Trinkqualität haben
  • Produkte, die nach ihrer Nutzung nicht zu wertlosem Müll werden, sondern entweder umweltverträglich kompostiert und als Nährstoffe für Boden, Pflanzen und Tiere dienen oder als Rohstoff in den industriellen Herstellungskreislauf hochwertiger neuer Produkte zurückkehren
  • jährliche Summen in Billionenhöhe, die für Bedürfnisse des Menschen und der Natur eingesetzt werden
  • ein Transportsystem, das nicht nur Güter liefert, sondern zugleich die Lebensqualität verbessert
  • eine Welt des gesunden Wohlstands, nicht aber der grenzenlosen Verschwendung, der Umweltverschmutzung und des Abfalls

Design der Grünen Helden

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Förderpreis 2017
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And The winner are... Grüne Helden Förderpreis 2017

"Gartenpaten" www.gartenpaten.org (Kategorie Profit) und "Kipepeo Clothing" www.kipepeo-clothing.com/de/ (Kategorie Non-Profit) Herzlichen Glückwunsch!!!

Bewirb Dich für der Förderpreis 2018 unter: award.gruenehelden.de
Die Formulare sind in kürze Online. Bleib neugierig.

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