10. September 2016 Andreas

Verpackungen und Einwegartikel

Rohstoffe für biologisch abbaubare Verpackungen und Einwegartikel
Biologisch abbaubare Einwegartikel und Verpackung sind in der Regel die bessere alternative für Umwelt und Natur wenn auch die Ökobilanzen nicht immer eindeutig für diese Produkte sprechen. Neue innovative Stoffe werden die Angebotspalette erweitern. Große Potentiale liegen in der Aufbereitung von Abfallprodukten. Biologisch abbaubare Kunststoffe werden bei steigenden Rohölpreisen in naher Zukunft die erdölbasierenden Angebote komplett ersetzen können. Problematisch ist der grossflächige Anbau von nachwachsenden Rohstoffen. Monokulturen stören nicht nur die Artenvielfalten in Kulturlandschaften, sie stehen auch in unmittelbarer Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion.
Berücksichtigt bei dieser Auswahl wurde weder die Ökobilanz dieser umweltfreundlichen Verpackungs- und Einwegartikel noch die Sozialverträglichkeit bei der Erzeugung und Weiterverarbeitung der Rohware. Langlebige Produkte sind den Einwegprodukten grundsätzlich vorzuziehen. Der Spar- und Vermeidungsgedanke sollte weiterhin an erster Stelle stehen. Siehe auch Artikel zu Biokunststoffe

Papier
Produkte aus Pappkarton werden in der Regel aus reiner Zellulose hergestellt. Die ökologische zertifizierte Rohware wird chlorfrei gebleicht und mit den Siegel „chlorfrei gebleicht“ (TFC) gekennzeichnet. Das bedrucken mit Tinte auf Wasser und/oder Sojabasis stellt sicher, dass Papierartikel natürlich und zu 100% kompostierbar sind.
Kraftpapier ist eine sehr stabile Papierart, die aus langfaserigen Holzspänen der Nadelbäumen wie Fichten und Kiefern hergestellt wird. Die lange Fasern sorgen für Stärke und Qualität des Papiers. Bei der Verarbeitung der Holzfasern zur Zellulose wird das natürliche Bindemittel Lignin aus dem Zellstoff abgetrennt, so dass ein sehr reines Produkt entsteht. Ungebleichtes Kraftpapier hat eine natürliche, braune Farbe. Es besitzt zudem eine hohe Nassfestigkeit und ist durch die sehr reine Herstellung gut für ein Recycling und die Kompostierung geeignet.

Palmblatt
Palmblattscheiden sind die Reststoffe der „Areca“-Nusspalme und verrotten in der Regel am Boden. Für die Verwertung werden Blattscheiden gesammelt, mit frischem Quellwasser gereinigt. In einem Wasserbad werden sie eingeweicht bevor man sie maschinell bei ca. 120°C in eine Form presst. Der Pressvorgang dauert pro Einzelstück ungefähr eine Minute und variiert je nach Größe. Die abschliessende Nachtrocknung erfolgt in Holzkohleöfen. Das Ergebnis ist ein absolut natürliches Produkt denn bei der Verarbeitung werden keine weiteren Zusatzstoffe für eine Laminierung benötigt. Die Blattscheiden eignen sich hervorragend zur Herstellung von Palmblatt-Teller und Palmblatt-Schalen. Sie lassen jeden Artikel zu einem Unikat mit eigener Struktur werden.

Zuckerrohr
Zuckerrohrfasern ist ein Abfallprodukt das bei der Extraktion von Zucker aus dem Mark des Zuckerrohres anfällt. Die sogenannte „Bio-Masse“ (Zellulosefasern) wird üblicherweise verbrannt. Die Fasern werden unter Zugabe von Wasser und dem natürlichem Bindemittel (Lignin) zu einer feinen Masse vermahlen und in Form gepresst. Aus einem einzigen Zuckerrohr lassen sich so zum Beispiel rund 50 Einwegteller herstellen.
Einweg-Geschirr aus Zuckerrohr ist sehr langlebig. Es ist unempfindlich gegen Wasser und Fett, ist hitze- und kältebeständig. Das Zuckerohrgeschirr kann in der Mikrowelle verwendet werden und lässt sich auch ohne Probleme einfrieren. Zuckerrohrprodukte können ohne Bedenken im Kompost entsorgt oder auch verbrannt werden. Bei der Verbrennung des Zuckerohr basierenden Zellstoffs werden keine giftigen Substanzen an die Umwelt abgegeben. Zuckerohr eigenet sich hervorragend zur Herstellung von Geschirr.

Mais
Die Milchsäure ist ein Zwischenprodukt das bei Fermentationprozessen von Rüben oder Mais zu Zucker oder Stärke entsteht. Die Milchsäurebakterien lassen das Ausgangsprodukt vergären. Anschließend wird die Milchsäure mittels eines Fermentationsprozess zu Polymilchsäure / Polylactid (PLA) polymerisiert.
Dieser Rohstoff ist transparent, bedruckbar, biologisch abbaubar und lebensmittelecht, jedoch nicht hitzebeständig. So tritt eine Verformung bereits ab ca. 45°C auf und kann auf Grund dieser Eigenschaften nicht für Heißgetränke oder warme Speisen verwendet werden. PLA Produkte sollten kühl und trocken gelagert werden.
Im Vergleich zum normalen Plastik PET/ PS verursacht die Produktion des PLA insgesamt 75% weniger Co2. PLA basierende Produkte sind innerhalb von 30-90 Tagen in einer industriellen Kompostierungsanlage abbaubar.

Bambus
Bambus ist ein sehr schnell wachsendes Gras, wodurch der Bambuswald selbst schnell wieder nachwachsen kann. Um Natur und Umwelt zu schonen ist der Einsatz von Rohstoffen aus nachhaltiger Forstwirtschaft den herkömmlichen Angeboten vorzuziehen. Bambus ist unbehandelt und somit nach der Produktion vollständig kompostierbar. Es ist ein sehr stabiles Material und kann für sehr viele Produkte als Ausgangsmaterial verwendet werden.

Birkenholz
Weißes Birkenholz wächst relativ schnell. Für einen öko-korrekten Einsatz sollte zertifizierte Rohware aus einer nachhaltigen Waldwirtschaft bevorzugt werden. Birkenholz eignet sich zur Herstellung von Besteck/Holzschiffchen. Birkenholz basierendes Besteck wird im Press- und Stanzverfahren hergestellt. Da keine weitere Beschichtung oder Oberflächenbehandlung erfolgt ist es somit 100% natürlich.

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Förderpreis 2017
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Grüne Helden Förderpreis 2017 – Die Preisverleihung selbst findet am 22. Oktober 2017, 14.00 Uhr auf der FairGoods in Hamburg statt.

Am 26. September treffen sich Grüne Helden mit den Partnern in Berlin um gemeinsam über die beiden Gewinner zu entscheiden.

Es wurden viele tolle Bewerbungen eingereicht, die uns die Entscheidungen nicht leicht machen werden. Wir sind, genauso wie Du sicher auch, gespannt wer unter den 31 eingesandten Bewerbungen das Rennen in diesem Jahr machen wird.

Die beiden Gewinner für die ausgelobten Kategorien Nonprofit/Profit werden anschliessend kurzfristig telefonisch benachrichtigt.

Stolz präsentieren wir die Partner